Der Verein
Die Breitunger Sandhasen – Die Geschichte des Karnevals in Breitungen
Die Wurzeln des Breitunger Faschings gehen auf das Jahr 1964 zurück, in welchem dieser zum ersten mal gefeiert wurde. 50 Mitglieder der Interessengemeinschaft “Fasching” boten 25 Jahre lang in jeder Saison ihr mehrstündiges Programm. Den Vorsitz im Elferrat führte Karl Dittmar und später Herbert Kallenbach. Was so locker und leicht auf der Bühne ablief, hatte vorher natürlich ungezählte Freizeitstunden, enormen Organisationsaufwand und auch die eine oder andere Auseinandersetzung mit Behörden gekostet.
Typisch für den Breitunger Fasching unter dem Motto “Humor on Wetz – Breitcher Schnetz” war die Verbindung von Wort, Bild und Gesang. Die Pointen in den Reden des närrsichen Ortschronisten und der Büttenredner waren durch farbig gemalte Karikaturen und durch umgetextete Liedstrophen untermalt. Die großen und kleinen Schildbürgerstreiche – also die Schnetz (Schnitzer), die sich Breitunger geleistet hatten, wurden also gleich dreifach humorvoll aufs Korn genommen. Das Ansprechen von politischen Themen war stets eine Gratwanderung und ein abtaasten der hier in der ehem. DDR gesetzten Grenzen. Verpackt in Breitunger Mundart konnten diese Grenzen ausgeweitet werden.
Der Andrang war groß – 2000 Breitunger und Gäste feierten ihren Fasching im Kulturhaus, in 6 Veranstaltungen wurde das Programm alljährlich gezeigt – davon einmal unentgeltlich für Senioren am Nachmittag.
Dann kam die Wende und wie weiter? Der Verein wurde am 27.12.1992 gegründet und nahm seine Tätigkeit am 01.01.1993 auf. Die Gründungsmitglieder waren hauptsächlich ehemalige Mitglieder des Breitunger Karneval Clubs (BKC) und ehemalige Mitglieder des Jugendclubs Breitungen. Mit der Gründung wurde ein rechtlicher Rahmen geschaffen, um den Fasching und die Brauchtumspflege in Breitungen wiederzubeleben. In weitestem Sinne kann man von dem neu gegründeten Verein als Rechtsnachfolger oben genannter schon zu DDR-Zeiten agierender Vereine sprechen.
Ungewöhnlich für einen Faschingsverein mag der Name Breitcher Sandhoase e.V. klingen. Dieser Name wurde aber bewusst gewählt, weil nicht nur der Fasching sondern auch die Wiederbelebung der traditionellen Kirmes als Betätigungsfeld angesehen wurde. Eine weitere Aufgabe sah und sieht der Verein darin, dass kulturelle Angebot für die Einwohner unseres Heimatortes zu erhöhen. Der Name Breitcher Sandhoase geht auf den traditionellen Tabakanbau in Breitungen zurück. Die untersten Blätter der Tabakpflanze, die sogenannten Sandblätter machten den Breitunger Tabak nicht nur in Thüringen bekannt.